Maßnahmen und Wirksamkeitsprüfung bei Gefährdungsbeurteilungen

Wenn die Gefährdungen erfasst und beurteilt sind, dann folgen Maßnahmen und Wirksamkeitsprüfung. Dies lässt sich klar aus der gesetzlichen Grundlage, der Gefahrstoffverordnung, erschließen.

Die gesetzliche Vorgabe ist, dass Gefährdungsbeurteilungen durchgeführt werden sollen, bevor mit einem Gefahrstoff im Betrieb Tätigkeiten aufgenommen werden (GefStoffV §7, (1)). Wenn ich diesen Umstand in Trainings erwähne, tritt kurzfristig nachdenkliches Schweigen ein. Das ist gar nicht so einfach in der Praxis umzusetzen, vor allem wenn man sich die inhaltlichen Anforderungen an Gefährdungsbeurteilungen einmal genauer ansieht.

Doch nicht alles ist schlecht daran: Eine gute, vollständige Dokumentation hilft allen Beteiligten und kann auch zu Erleichterungen führen.

Maßnahmen für Tätigkeiten mit Gefahrstoffen

Die auftretenden Gefährdungen im Umgang mit dem Gefahrstoff sind also bekannt und die Beteiligten informiert, wie geht es weiter?

Es werden Maßnahmen ergriffen, die diese Gefährdungen so klein wie möglich halten oder gar beseitigen. Eine Idealform wäre z.B. den Gefahrstoff gegen eine harmlose Alternative auszutauschen.

Generell werden neben der Substitution des Gefahrstoffs Maßnahmen oft in drei Kategorien unterteilt, unter anderem in den TRGS 400:

  • Technische Schutzeinrichtungen
  • Organisatorische Maßnahmen
  • Persönliche Schutzausrüstung

Rangfolge der Maßnahmen und Wirksamkeitsprüfung

Bei den zu ergreifenden Maßnahmen gibt es eine vorgeschlagene Rangfolge, die sich gut mit gesundem Menschenverstand deckt: Wenn ein Gefahrstoff nicht substituiert werden kann, dann sollen zuerst technische und organisatorische Maßnahmen getroffen werden und nur zuletzt auf persönliche Schutzausrüstung zurückgegriffen werden.

Kommt zum Beispiel jemand während seiner Tätigkeit mit einem Gefahrstoff weniger bis gar nicht in Kontakt aufgrund der technischen Schutzeinrichtungen, dann ist das weitaus angenehmer als über längere Zeiträume Schutzausrüstung tragen zu müssen. Auch ein geringeres Gesamtrisiko sollte damit verbunden sein.

Für die vollständige Dokumentation kommt es nach Ermittlung der Gefährdungen und Ausarbeitung der Maßnahmen letztlich noch zur Wirksamkeitsprüfung. Es soll regelmäßig geprüft werden, ob die ergriffenen Maßnahmen wirklich das erreichen was sie sollen. Wenn nicht, beginnt der Beurteilungsprozess erneut.

Die Wirksamkeitsprüfung wird in §7 der GefStoffV und ausführlich mit nützlichen Hinweisen (z.B. sinnvolle Überprüfungszeiträume) in den TRGS 500 beschrieben.

 

Quellen: Verordnung zum Schutz vor Gefahrstoffen (Gefahrstoffverordnung – GefStoffV) Stand 29.03.2017

Technische Regeln für Gefahrstoffe (TRGS) 400, Gefährdungsbeurteilung für Tätigkeiten mit Gefahrstoffen, Stand 08.09.2017

Technische Regeln für Gefahrstoffe (TRGS) 500, Schutzmaßnahmen, Stand Mai  2008

Von | 2017-10-25T09:09:40+00:00 Oktober 2017|FaSi-Profi, GefStoff-Profi|Kommentare deaktiviert für Maßnahmen und Wirksamkeitsprüfung bei Gefährdungsbeurteilungen