Diesmal schreibe ich über ein praxisnahes Anliegen zu den verschiedenen Nummern für PCN. Die europäische Produktmitteilung (PCN) benötigt nämlich nicht gerade wenige Nummern und nicht alle davon sind schnell organisiert. Deswegen fasse ich alle Nummern zusammen, die uns bei der Zusammenstellung der PCN für unser Programm aufgefallen sind.

Wofür braucht es Nummern für PCN?

Es handelt sich bei PCN um ein elektronisches Dokument, dass Sie ab 2021 bzw. 2024 zur Verfügung stellen müssen, wenn Sie Gefahrstoffe in Europa, genauer im Geltungsbereich der CLP-Verordnung, in Verkehr bringen. Details finden Sie in unserer PCN-Blog-Reihe.

Weitere Informationen zu PCN

Checkliste aller Nummern für PCN

Folgend sind zwei Listen an Nummern aufgeführt, die für PCN benötigt werden. Diese Listen erweitern wir bei neuen Erkenntnissen. Im Anschluss gehe ich detailliert auf die verschiedenen Nummern ein.

Einmalige Nummern:

  • Umsatzsteuer-ID oder Ersatznummer (company key) für UFI-Erstellung
  • Legal Entity UUID und ECHA-Account für die Übertragung an das ECHA-Portal
  • System 2 System – Zugang für das direkte Verschicken an das Portal aus einem Programm

Produktspezifische Nummern:

Der eindeutige Rezepturidentifikator (UFI)

Ganz prominent und viel erwähnt wird der UFI. Wahrscheinlich deswegen, weil dieser auf Etiketten zu finden sein soll und von den Herstellern komplett selbst verwaltet wird, wenn es für das Produkt eine Produktmeldung gibt. Doch hinter dem UFI stecken immer zwei weitere Nummern.

  • Umsatzsteuer-ID / Ersatz-Nummer (company key)
  • Laufende Ganzzahl

Zur Erstellung werden also die Umsatzsteuer-ID und dann eine laufende Zahl verwendet. So kann der Hersteller auch auseinanderhalten, welche Nummern er bereits verwendete. Aber aus dem UFI lässt sich auch wieder auf die Umsatzsteuer-ID zurückrechnen. Wer das nicht möchte, darf auch eine Ersatz-Nummer für die UFI-Erstellung verwenden, die man sich direkt im UFI-Generator auf der ECHA-Seite erzeugen kann.

Europäischer Produktcode (EuPCS)

Mindestens ein Code aus dem europäischen Produktkategorisierungssystem (EuPCS) ist für jedes mitgeteilte Produkt verpflichtend. Die Liste aller Codes finden Sie auf der Poison Centres – Seite.

Legal Entity UUID (LE-UUID)

Jetzt kommen wir schon zu den ungewöhnlicheren, aber natürlich auch sinnvollen Anforderungen. Alle bisherigen Nummern für PCN können Sie sich einfach selbst erzeugen und loslegen, aber diese Nummer ist spezieller:

Wenn Sie in das ECHA-Portal möchten, um Ihre PCN loszuschicken, dann müssen Sie in den Mitteilungen und in Ihrem ECHA-Account angeben, zu welcher Firma das ganze gehört. Die Firma können Sie als „Legal Entity“ anlegen, sobald Sie einen ECHA-Account haben. Gibt es Ihre Firma bereits als Legal Entity, dann können Sie dieser Firma neue Benutzer hinzufügen.

In den Einstellungen der Firma finden Sie auch die besagte Legal Entity UUID. Diese Nummer wird auch in Ihren Produktmitteilungen gebraucht. Passt die LE-UUID des Accounts nicht zur LE-UUID in der Mitteilung, dann wird die Mitteilung als fehlerhaft angesehen und nicht vom ECHA submission portal freigegeben.

Zugang zu System 2 System (optional)

Wenn Sie Ihre Produktmitteilungen aus Ihrem Sicherheitsdatenblatt-Programm direkt an die ECHA schicken wollen, dann benötigen Sie einen Zugang zu System 2 System. Über eine Anfrage an die ECHA kann Ihnen dieser Zugang für Ihre Firma (Legal Entity) freigeschalten werden.

Quellen: Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (engl. CLP Regulation), konsolidierte Fassung, Stand 01.01.2020

Verordnung (EU) 2017/542: Anhang VIII der CLP-VO (Harmonisierte Informationen für die gesundheitliche Notversorgung und für vorbeugende Maßnahmen), Stand 23.03.2017

Internetpräsenz der Poison Centres der europäischen Chemikalienagentur (ECHA)