Einstufung in Europa und den USA im Vergleich

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Einstufung und Kennzeichnung sind wichtige Aspekte des Arbeitsschutzes. Wie bereits beschrieben hat das Ausweisen von Gefahrstoffen eine gemeinsame Grundlage in Europa und den Vereinigten Staaten. Dennoch stimmt nicht alles vollständig überein.

Was unterscheidet Einstufung und Kennzeichnung?

Eine wichtige Frage, die für Verwirrung sorgen kann. Die Einstufung ist die Zusammenfassung von Auswirkungen eines Stoffs oder eines Gemischs auf die Umwelt und den Menschen, beinhaltet aber auch physikalische und chemische Gefahren. Die Einstufung besteht aus Gefahrenklassen und Gefahrenkategorien, die die Gefahrenklassen noch weiter quantifizieren.

Ein Beispiel:

  • Gefahrenklasse: Oxidierende Feststoffe
  • Gefahrenkodierung, Europa: Ox. Sol. 2

Diese Darstellung ist nicht immer eindeutig. Bei STOT SE 3 (spezifische Zielorgan-Toxizität, einmalige Exposition 3) gibt es zwei unterschiedliche Einstufungen, eine mit H335 (Kurz: kann Atemwege reizen) und mit H336 (Kurz: Mögliche Schläfrigkeit / Benommenheit).

Deswegen lohnt es sich, bei den Einstufungen die H-Sätze, oder H-Satz-Kodierungen, zur Unterscheidung mit anzugeben. Damit sieht man im Abschnitt 2.1 des Sicherheitsdatenblatts aber plötzlich H-Sätze und somit eine Komponente aus der Kennzeichnung – kein Wunder, dass die Unterscheidung schwer fällt.

Die Kennzeichnung fasst die Einstufungen durch Rangfolgeregelungen zusammen. Hierbei wird dafür gesorgt, dass das Kennzeichnungsetikett nicht mit Informationen überfrachtet wird. [1]

Darstellung von Gefahren in Europa und den USA

In Europa waren bei der Veröffentlichung der CLP-Verordnung die abgekürzten Gefahrenklassen und-kategorien größtenteils übersetzt in die einzelnen Länder. Das obere Beispiel hieß nach Basisrechtsakt [2] „Oxid. Festst. 2“ in der deutschen Fassung. In späteren Anpassungen der CLP-Verordnung sind größtenteils die englischen Kodierungen hinterlegt worden. Das vereinfacht die Darstellung der Einstufungen in Abschnitt 2.1 des Sicherheitsdatenblatts.

Die US-amerikanische Darstellung der Gefahrenklassen und –kategorien ist dem Original aus der GHS ähnlicher als die Gefahrenkodierungen aus Europa. Eine Einstufung besteht also nach 29 CFR 1910.1200 App C (OSHA) [3] aus der Gefahrenklasse und -kategorie. Unser Beispiel kann also als „Flammable Solids 2“ dargestellt werden.

Kennzeichnungen im Vergleich

Beide Rechtsräume haben Rangfolgeregelungen, um die Anzahl an Piktogrammen auf Etiketten zu verringern. Bei den Sicherheitshinweisen (P-Sätzen) werden verschiedene Wege gegangen. Im Europäischen Raum werden passende P-Sätze für jede Einstufung vorgeschlagen und daraus in der Regel bis zu sechs P-Sätze, abhängig von der Nutzung des Gefahrstoffs, ausgewählt.

In den USA sind die P-Sätze fester mit den Einstufungen verankert. Dadurch kann es bei Gefahrstoff mit mehreren verschiedenen Gefahren leicht zu mehr als sechs Sicherheitshinweisen kommen.

Davon einmal abgesehen, dass die Regeln für die Einstufung eines Gefahrstoffs zwischen EU und USA abweichen, gibt es sogar einige Einstufungen in Europa nicht, die die USA hat und anders herum. Zum Beispiel wird Eye Irrit. 2 (eine Kategorie in Europa) in den USA aufgeteilt in Eye Damage / Irritation 2A und 2B.

Fazit

Die Ermittlung und Angabe der Einstufung in einem Sicherheitsdatenblatt ist also eine Herausforderung, wenn der eigene, bekannte Rechtsraum verlassen wird. Eine darauf spezialisierte Software, wie GeSi³ aus unserem Hause, hilft Ihnen dabei weiter.

Während sich die Kennzeichnung auf Etiketten aufgrund ihrer Ähnlichkeit für Anwender aus verschiedenen Rechtsräumen leichter lesen lassen, bleibt das Verfassen des Etiketts für den Hersteller trotzdem eine Herausforderung.

Quellen:

[1]        Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 – CLP-Verordnung, konsolidiert, Stand 10.05.2021

[2]        Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 – Basisrechtsakt der CLP-Verordnung vom 16.12.2008

[3]        29 CFR 1910.1200 App C (OSHA)

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