Was ist im US-SDS anders? (Teil 2)

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Nach einem Überblick aus dem ersten Teil zur Serie fasse ich einige Unterschiede zwischen dem europäischen (EU-SDB) und US-amerikanischen Sicherheitsdatenblatt-Format (US-SDS) zusammen. Als Quelle verwende ich primär die entsprechenden Rechtsquellen. [1] [2]

Stoffe und Gemische im EU-SDB

Auf Einstufung, Kennzeichnung, sowie die Identifizierung von Stoffen und Gemischen (Produktidentifikatoren) im EU-SDB weist die CLP-Verordnung [3] hin. Die Angaben der Inhaltsstoffe sind reglementiert und zum Teil auch harmonisiert. Wird ein Stoff in Anhang VI der CLP-Verordnung erwähnt, dann ist dieser Name, inklusive der dazugehörigen Identifikationsnummern, zu verwenden. Für diese Stoffnamen liegen daher auch Übersetzungen in die Amtssprachen der einzelnen EU-Mitgliedsländer vor.

Welche Stoffe im Sicherheitsdatenblatt mindestens anzugeben sind, ergibt sich aus deren physikalisch-chemischen Gefahren, den Gefahren für den Menschen und aus den Gefahren der aquatischen Toxizität (der Anteil der Umwelttoxizität, der direkt eine CLP-Einstufung besitzt). Weist ein Stoff mindestens eine dieser Gefahren auf, entscheidet sich anhand der Konzentration im Gemisch, ob der Stoff verpflichtend im Sicherheitsdatenblatt erscheinen soll. Eine freiwillige Angabe ist immer möglich.

Die Einstufung des Gemisches findet sich im Abschnitt 2 des Sicherheitsdatenblatts. Wenn es sich um ein Gemisch handelt, finden sich die Einstufungen der angegebenen Inhaltsstoffe in Abschnitt 3.2. Seit Anfang 2021 finden sich in diesem Abschnitt zusätzlich auch spezifische Konzentrationsgrenzwerte.

Angaben im US-SDS – Fokus: Gefahr für den Menschen

Im US-SDS können ähnliche Angaben erfolgen. Der Fokus liegt aber klar auf der Gefahr für den Menschen (health hazards). Ob ein bestimmter Stoff im Sicherheitsdatenblatt des Gemisches aufgelistet werden muss, entscheidet sich anhand der Gefahr für den Menschen und der tatsächlichen Konzentration im Gemisch. Umweltgefahren werden nicht so stark bedacht wie in der CLP-Verordnung und damit im EU-SDB. Es könnte also durchaus sein, dass im US-SDS andere Stoffe in Abschnitt 3 stehen als im EU-SDB, wenn es um die Erfüllung der Mindestanforderungen geht.

Für die Toxizität ergibt sich ein ähnliches Bild. Während im US-amerikanischen Gesetz CFR 1910.1200, Anhang D, der Anteil an Stoffen mit unbekannter akuter Toxizität erwähnt werden sollen, weist der EU-Rechtsraum zusätzlich auf Stoffe mit unbekannter aquatischer Toxizität hin.

Der Fokus setzt sich auch in den verpflichtenden Toxizitätsangaben im US-SDS fort. Während Abschnitt 11 (Humantoxizität) in beiden Rechtsräumen verpflichtend ist, ist Abschnitt 12 (Umwelttoxizität) im US-SDS optional.

Fazit

Größtenteils stimmen die Angaben zu Inhaltsstoffen des SDB also überein, aber gerade im Punkt Umwelttoxikologie gibt es Unterschiede.

Quellen:

[1]        Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 (REACH-VO), konsolidierte Fassung vom 24.08.2020

[2]        OSHA CFR 1910.1200 App D

[3]        Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (engl. CLP Regulation), konsolidierte Fassung

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