Lagerklassen mit Sicherheitsdatenblatt ermitteln

Zum Anlass der im Februar aktualisierten TRGS 510 befasse ich mich in diesem Beitrag mit der Lagerklasse und wie Sie diese mit Hilfe des Sicherheitsdatenblatts in Erfahrung bringen.

Die Lagerklasse eines Gefahrstoffs nach TRGS 510 ist eine gute Möglichkeit, um Lagerbedingungen festzulegen und zu ermitteln, ob bestimmte Gefahrstoffe zusammen gelagert werden können oder lieber nicht. Wenn sie im Sicherheitsdatenblatt (SDB) fehlt, ist es mit bestimmten Informationen möglich, diese selbst zu bestimmen.

Grundlage für die Lagerklasse und wo sie zu finden ist

Die Lagerklasse findet sich in den Technischen Regeln für Gefahrstoffe, TRGS 510 [1] und ist Teil der Festlegung der Zusammenlagerungsmöglichkeiten. Für Gefahrstoffe kann sie in Sicherheitsdatenblättern gefunden werden.

Wer die Lagerklasse im Sicherheitsdatenblatt sucht, würde diese vielleicht unter Abschnitt 7.2 – Lagerung – vermuten. Während die Lagerklasse an dieser Stelle erwähnt werden kann, ist auch eine Anzeige in Abschnitt 15 möglich. Das Sicherheitsdatenblatt basiert auf europäischem Recht und nationale Rechtsvorschriften. Diese werden in Abschnitt 15 zusammengefasst.

Was tun, wenn die Lagerklasse fehlt?

Sollte in einem Ihrer Sicherheitsdatenblätter keine Lagerklasse zu finden sein, können Sie diese auch selbst ermitteln. Dafür brauchen Sie bestimmte Daten aus dem Sicherheitsdatenblatt:

  • Den Zuordnungsleitfaden aus der TRGS 510, Anhang 2, A.2.2 [1]
  • Die H-Sätze aus Abschnitt 2.2 des Sicherheitsdatenblatts
  • Die UN-Nummer aus Abschnitt 14, sollte es sich um ein Gefahrgut handeln
  • Die Gefahrzettel-Nummer und Verpackungsgruppe aus Abschnitt 14, sollte es sich um ein Gefahrgut handeln
  • In Zweifelsfällen weitere Literatur (2. SprengV, DGUV Vorschrift 13, TRGS 511)

Zusätzlich zu diesen Angaben ist noch wichtig, ob der untersuchte Gefahrstoff brennbar ist. Achtung: Ein Gefahrstoff kann brennen können und trotzdem nicht als entzündbar (z. B. Entzündbare Flüssigkeit Flam. Liq. 2) eingestuft sein.

Mit Hilfe dieser Informationen und dem Zuordnungsleitfaden können Sie die Lagerklasse selbst bestimmen. Der Leitfaden ist schon so verfasst, dass die erste zutreffende Eigenschaft zur richtigen Lagerklasse führt.

Beispiel einer Zusammenlagerungstabelle in GeSi³

Wie geht es weiter?

Mit den bestimmten Lagerklassen können Sie mögliche Zusammenlagerungen in gleichen Lagerabschnitten von verschiedenen Gefahrstoffen planen. Generell ist anzustreben, dass durch die Zusammenlagerung keine größere Gefahr besteht als durch die Lagerung der einzelnen Gefahrstoffe. Details zur Lagerung von Gefahrstoffen mit bestimmten Eigenschaften und zur Zusammenlagerung finden Sie ebenfalls in der erwähnten TRGS 510.

Quellen:

[1]   Technische Regeln für Gefahrstoffe, TRGS 510, Fassung 16.02.2021

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