Wie das EMKG hilft, Arbeitsplatzgrenzwerte einzuhalten

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Das Einfache Maßnahmenkonzept Gefahrstoffe (EMKG) bietet eine gute Hilfestellung, um Gefahrstoff-Gefährdungsbeurteilungen durchzuführen. Das EMKG begleitet Sie von der Ermittlung der Gefahr bis zum Ergreifen von sinnvollen Maßnahmen. [1] Nebenbei werden auch noch Arbeitsplatzgrenzwerte berücksichtigt und das EMKG kann als nichtmesstechnische Ermittlungsmethode verwendet werden, um gesetzlich vorgegebene Grenzwerte nicht zu überschreiten. [1][2] Doch wie funktioniert das Ganze?

Ein Blick auf den Gefahrstoff

Zuerst ist es wichtig zu wissen, für was für einen Gefahrstoff Sie das EMKG anwenden wollen. Dafür reicht ein Blick in Abschnitt 3 und Abschnitt 8 des Sicherheitsdatenblatts. Über Abschnitt 3 finden Sie heraus, ob es sich um einen Inhaltsstoff handelt, oder um ein Gemisch aus mehreren Inhaltsstoffen. Das ist wichtig beim weiteren Vorgehen in Bezug auf die Grenzwerte.

Als nächstes können Sie im Abschnitt 8.1 einsehen, ob für einen oder mehrere Inhaltsstoffe Arbeitsplatzgrenzwerte vorliegen. Hierfür sind insbesondere deutsche Grenzwerte entscheidend.

Gefährlichkeitsgruppe Einatmen ermitteln

Das EMKG teilt Gefahrstoffe nach ihrer Gefährlichkeitsgruppe ein. Dafür liefert die BAuA auch Drescheiben oder alternativ auch eine digitale Lösung. Hierbei ist folgender Ablauf entscheidend:

Handelt es sich um einen Reinstoff, also einen Gefahrstoff der zu nahezu 100% aus einem Inhaltsstoff besteht? Hat dieser Inhaltsstoff deutsche oder vergleichbar ermittelte Grenzwerte (Abschnitt 8)? Dann wird der Grenzwert als Grundlage für die Ermittlung der Gefährlichkeitsgruppe direkt verwendet.

Wenn der Reinstoff keine Grenzwerte aufweist, die verwendet werden können, dann kann stattdessen eine Einteilung über die H-Sätze aus Abschnitt 2.2 des Sicherheitsdatenblatts erfolgen. Eine Tabelle hierfür findet sich direkt auf der EMKG-Seite der BAuA.

Was mache ich bei Gemischen?

Auch für Gemische gibt es eine gute Hilfestellung: Zuerst können Sie die Gefährlichkeitsgruppe anhand der H-Sätze aus dem Sicherheitsdatenblatt bestimmen. Dann wird geprüft, ob mindestens ein Stoff mit Arbeitsplatzgrenzwert (AGW) enthalten ist. Ist mindestens ein Stoff mit AGW vorhanden, dann können Sie die Gefährlichkeitsgruppe um eine Stufe anheben, also zum Beispiel von B zu C.

Wie geht es weiter?

Das Anheben der Gefährlichkeitsstufe kann, je nach eingesetzter Menge und Exposition, zu schärferen Maßnahmen im Arbeitsschutz führen. Somit verwenden Sie das EMKG, um durch nichtmesstechnische Ermittlungsmethoden die Einhaltung der Arbeitsplatzgrenzwerte nachzuweisen. GeSi³ bietet mit dem Gefahrstoff-Profi auch die Möglichkeit an, Gefahrstoff-Gefährdungsbeurteilungen mit EMKG und Ermittlung notwendiger, arbeitsmedizinischer Vorsorgeuntersuchungen, zu erstellen. Besuchen Sie auch gerne unsere kostenfreien Webinare für weitere Informationen.

Quellen:

[1]        Internetpräsenz der BAuA, EMKG-Leitfaden, aufgerufen am 17.06.2022

[2]        Technische Regeln für Gefahrstoffe, TRGS 402, Fassung 15.02.2017

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