Was ist log Pow? Der O/W-Verteilungskoeffizient in SDBs

In Abschnitt 12 von Sicherheitsdatenblättern begegnen einem häufiger Angaben wie „log Kow“, „log Pow“ oder log pOW“ im Zusammenhang mit dem Bioakkumulationspotenzial. Was steckt hinter diesen Werten? Wann wird welcher benutzt? Was für Auswirkungen haben diese Werte auf das Bioakkumulationspotential?

Begriffserklärung

„log Kow“ ist ein Verhältnis-Wert ohne Einheit, der in der Regel im dekadischen Logarithmus („log“ in log Kow) angegeben wird. Dieser Wert steht für den Octanol/Wasser-Verteilungskoeffizienten. Für die Bestimmung des Werts wird die Testsubstanz zu n-Octanol („O“ in log Kow) und Wasser („W“ in log Kow) gegeben. Da n-Octanol unpolar und Wasser polar ist, mischen sich die zwei Flüssigkeiten fast gar nicht und liegen deswegen in zwei Phasen vor. Das Ergebnis ist die Konzentration der Testsubstanz in n-Octanol im Verhältnis zur Konzentration in Wasser. Das heißt, je kleiner log Kow ist, desto besser löst sich die Substanz in Wasser. Folglich gilt, je größer log Kow, desto besser löst sich die Substanz in fettigen (unpolaren) Substanzen.

Verwendung von log Kow, log Pow oder log pOW

Die Verwendung von log Kow, log Pow oder log pOW entspricht ausschließlich der Angabe verschiedener Abkürzungen für denselben Wert. Alle Abkürzungen stehen also für den dekadischen Logarithmus des Octanol/Wasser-Verteilungskoeffizienten.

Der Octanol/Wasser-Verteilungskoeffizient wird zusammen mit dem Biokonzentrationsfaktor (BCF) namentlich in der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 (REACH-Verordnung) genannt als mögliche Prüfergebnisse zur Bewertung des Bioakkumulationspotenzials. Die in der deutschen Fassung verwendete Abkürzung für den Verteilungskoeffizienten ist Kow.

Auswirkungen von log Kow auf das Bioakkumulationspotenzial

Über den Octanol/Wasser-Verteilungskoeffizienten kann abgeschätzt werden, wie schnell sich die getestete Chemikalie in Lebewesen anreichert.

Dabei gilt:

  • Je fettlöslicher, desto mehr sammelt sich die Chemikalie in Lebewesen (Fettgewebe) und damit in der Umwelt an.
  • Wasserlösliche Substanzen werden schneller ausgeschieden und haben in der Regel ein geringes Bioakkumulationspotenzial.

Quellen:

Verordnung (EG) Nr. 1907/2006, konsolidierte Fassung vom 11.10.2016

http://www.chemie.de/lexikon/Oktanol-Wasser-Verteilungskoeffizient.html

http://www.bgbau.de/gisbau/lehrgang/a-z/verteilu.htm

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